Und führe zusammen, was getrennt ist

Würde von Patienten und Mitarbeitern im Mittelpunkt 13.05.12

500 Klinikmitarbeiter beim Wallfahrtstag für die Krankenhäuser

Rund 500 Krankenhausmitarbeiter kamen zu Diskussion und Austausch bei der Wallfahrt zusammen.

Rund 500 Krankenhausmitarbeiter kamen zu Diskussion und Austausch bei der Wallfahrt zusammen.

Trier - Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern verdienen eine würdige Behandlung, sie verdienen Respekt, Zeit und Zuwendung. Doch Zeit ist Geld, und Geld ist in deutschen Kliniken so knapp wie Personal. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verdienen eine würdige Behandlung, was sich in einem auskömmlichen Gehalt und hinnehmbaren Arbeitsbedingungen widerspiegelt. - Dieses Spannungsfeld zwischen unterschiedlichen und gemeinsamen Interessen der Patienten, des Personals und der Klinikträger beleuchtete der Wallfahrtstag für die Krankenhäuser im Bistum Trier am 10. Mai. Der Pilgertag, an dem über 500 Angestellte aus 28 Krankenhäusern in katholischer, evangelischer und staatlicher Trägerschaft teilnahmen, stand unter dem Titel "Entblößt? Die Würde der Menschen im Krankenhaus".

Bei einer Impulsveranstaltung im Innenhof des Priesterseminars erläuterten der Kölner Professor Dr. Wolfgang Matthias Heffels, Fachbereich Gesundheitswesen der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen, und der Trierer Domvikar Dr. Engelbert Felten, Leiter des Theologisch-Pastoralen Instituts Mainz, ihre Standpunkte zum Thema. Professor Heffels sprach vom "Widerspruchssystem Krankenhaus": Es gelte, die widerstrebenden Interessen, Wert- oder Normenkonflikte aufzudecken. Die Kliniken müssten "mit einem festen Budget bei steigenden Nebenkosten eine bestmögliche Leistungserbringung ermöglichen". Der Gesetzgeber habe vorgesehen, dass nur eine "ausreichende und zweckmäßige Versorgung, Betreuung und Pflege bezahlt wird". Demgegenüber versuchten die Mitarbeiter, eine bestmögliche Arbeit zu leisten, was unter dem steigenden Kostendruck, personalen Engpässen und Überstunden kaum möglich sei. Domvikar Felten verdeutlichte die schwierige Situation vieler Patienten: "Es kommt oft zu einer Infragestellung der bisherigen Lebensplanung, die unter Umständen auf den Kopf gestellt wird bis hin zur Annullierung durch de Tod." Krankheit sei immer ein Phänomen, das den ganzen Menschen betreffe: "Nicht nur seine Körperfunktionen, sondern auch die Funktionen seiner Seele." Jesus, der selbst Menschen geheilt habe, habe immer einen engen Zusammenhang zwischen körperlicher Krankheit und einer gestörten Kommunikation gesehen. Sein Ziel sei daher die Wiederherstellung der Beziehungen gewesen: "Er selbst kommunizierte mit den Kranken sehr eng, bis hin zu Handauflegungen, und vermittelte dadurch die personale Nähe Gottes."

Viele Mitarbeiter der Kliniken brachten in der anschließenden Diskussion ihre alltäglichen Erfahrungen zum Ausdruck. Ein Klinikseelsorger kritisierte, dass viele Pfleger trotz langer Arbeitszeiten nur geringe Löhne erhielten. "Auch in den kirchlichen Krankenhäusern verdienen sie nur einen Hungerlohn. Es muss mehr Geld in dieses Gesundheitssystem gepumpt werden", kritisierte der Seelsorger. Ein anderer Mitarbeiter beklagte, dass heute weniger die Arbeit am Patienten, sondern die Erfüllung von überzogenen Vorschriften zähle: "Es geht mehr um Kontrolle und Zertifizierungen, aber wir sind nicht mehr nah am Patienten."

Neben der Impulsveranstaltung standen ein Pontifikalamt mit Weihbischof Robert Brahm sowie eine Andacht mit Bischof Dr. Stephan Ackermann auf dem Programm. Höhepunkt war der Besuch des Heiligen Rockes, den Arthur Ehlen, Küchenchef des Dauner Krankenhauses Maria Hilf, so beschrieb: "Mir ging es heute darum, innere Einkehr zu finden und die Möglichkeit zu nutzen, den Heiligen Rock noch mal zu sehen. 1996 war ich mit dem Krankenhaus Cochem hier, aber beim zweiten Mal geht man mit ganz anderen Voraussetzungen ran: Beim ersten Mal stand die Sensation im Vordergrund, den Heiligen Rock zu sehen, aber jetzt hatte ich eine ganz andere Einkehr als damals."

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Trier: 13. April bis 13. Mai 2012
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