Und führe zusammen, was getrennt ist

"Wir bringen unser Licht nach Trier" 30.04.12

1200 Bergleute aus dem Saarland auf Pilgerfahrt zum Heiligen Rock

1200 Bergleute aus dem Saarland pilgerten gemeinsam mit Vertretern aus Politik, Kirche und Gesellschaft zum Heiligen Rock.

1200 Bergleute aus dem Saarland pilgerten gemeinsam mit Vertretern aus Politik, Kirche und Gesellschaft zum Heiligen Rock.

Trier - Eine kleine Tafel im Kreuzgang des Trierer Doms: "Grubenlampe aus dem saarländischen Bergbau; 2012 Ende des Bergbaus im Saarland; 30.04.2012; Heilig-Rock-Wallfahrt der Bergleute", ist zu lesen und erinnert an den Besuch von über 1200 Bergleuten aus dem Saarland am 30. April beim Heiligen Rock. Angebracht ist die Tafel neben einer Grubenlampe, ganz in der Nähe der Gräber der verstorbenen Weihbischöfe aus dem Saarland: Gerhard Jakob aus Hülzweiler und Karl-Heinz Jakoby aus Göttelborn. Beide Weihbischöfe stammten aus Bergmannsfamilien. Die Tafel erzählt den Besuchern des Kreuzganges auch vom Ende des Bergbaus an der Saar, sechs Wochen nach dem Ende der Heilig-Rock-Wallfahrt.

"Große Bedeutung" schrieb denn auch Weihbischof Robert Brahm diesem Augenblick für den saarländischen Bergbau und dem ganze Land zu. "Sie haben Ihrer Wallfahrt das Thema gegeben: Wir bringen unser Licht nach Trier. Sie bringen Ihr Licht, Ihre Hoffnungen, Ihre Sehnsüchte mit nach Trier. Sie wenden sich damit vertrauensvoll an Gott, damit er handelt, wo wir am Ende sind", sagte Brahm in seiner Predigt im ökumenischen Gottesdienst zur Wallfahrt der Bergleute in der Konstantin-Basilika. Weihbischof Brahm gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Grubenlampe im Kreuzgang des Domes eine bleibende Erinnerung werde, "an die hellen und dunklen Seiten des jahrhundertelangen Bergbaues im Saarland." Die Grubenlampe solle immer wieder an die Botschaft Jesu erinnern, "dass jedem Dunkel ein Licht folgt." Die Lampe möge eine Ermutigung sein, dass jedem Ende ein neuer Anfang innewohnt: " für uns persönlich, aber auch für alle Betroffenen vom Ende des Bergbaus im Saarland", sagte Brahm im ökumenischen Gottesdienst, der von Kirchenrat Frank-Matthias Hofmann, dem Beauftragten der Evangelischen Kirchen im Saarland und Prälat Dr. Peter Prassel, dem Leiter des Katholischen Büros Saarland mit gestaltet wurde. Musikalisch wurde der Gottesdienst dabei vom Saarknappenchor unterstützt. Nach der Feier ging es in einer Prozession zum Dom und zum Heiligen Rock.

Schon früh am Morgen hatten sich die Barbara-Bruderschaften und die Berg- und Hüttenarbeitervereine an der Porta Nigra getroffen um danach mit Musik und mit ihren traditionellen Fahnen und einer großen Figur der heiligen Barbara durch Trier zum Gottesdienst zu ziehen. Mit dabei auch die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer, DGB-Vorsitzender Eugen Roth, RAG-Werksleiter Friedrich Breinig, Klaus Hiery, Präsident der saarländischen Berg-, Hütten- und Knappenvereine und Martin Becker, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender des Bergwerks Saar.

Auf einer Kundgebung im Trierer Palastgarten aus Anlass der Wallfahrt betonte Martin Becker, dass der Bergbau den Saarländerinnen und Saarländern ein "unschätzbar großes Erbe" hinterlasse. Das seien neben den Anlagen und dem Know-how vor allem die Menschen die im Bergbau gearbeitet haben, ihre Familien, ihre Erinnerungen, ihre Kultur, ihre Identität und die Stätten ihres Wirkens. Deshalb komme dem Auftrag, eine entsprechende Erinnerungskultur zu entwickeln eine "extrem hohe Bedeutung" zu. Dazu beitragen sollten die Kirchen, die Sozialverbände, die Gewerkschaften, die Berg- und Hüttenvereine. Es sei wichtig, ganz vielen Menschen "verständliche Ängste und Unsicherheiten vor der Zukunft zu nehmen", sagte Becker. Es sei wichtig zu zeigen, dass man den Bergbau zwar beenden könne, aber dass die Identifikation und die Prägung durch ihn bleiben. Es gelte bergmännische Tugenden auch in Zukunft weiter zu geben wie: "Kameradschaft und Solidarität, Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und Verantwortungsbewusstsein, eng verbunden mit unserem Glauben". Jeder trage ein Stück Verantwortung für diese Aufgabe. Mit der Gründung des Fördervereins "BergbauErbeSaar" habe man einen Rahmen geschaffen, in dem man sich an dieser Aufgabe beteiligen könne. Becker forderte dazu auf, die von Bergleuten mitgeschaffene Kultur zu bewahren. Das erreiche man aber nicht "durch die Anbetung der Asche, sondern durch das Feuer, das wir in unseren Herzen tragen."

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Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer: Gesellschaftspolitische Akzente gehören zur Wallfahrt


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MP Kramp-Karrenbauer: Die Saarländer haben ein Bergbau-Gen


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MP Kramp-Karrenbauer: Aktion Arbeit wird sich über die Koalitionsbeschlüsse freuen


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Martin Becker, Betriebsrat: Enttäuschung über das Ende des Bergbaus - aber kein Verlust des Glaubens...


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Wolfgang Leinen aus Losheim/Trier

30.04.2012

Heute war Schicht - noch bevor die letzte Grube schliesst. Und sie war bunt, lebendig, bewegend. Eine Ära geht zu Ende und stellvertretend für die Vielen, die sie geprägt haben, bringen die Letzten ihr Grubenlicht zu Jesus nach Trier. Im Domkreuzgang hat es einen guten Platz gefunden. Jetzt leuchtet es zusammen mit den verstorbenen saarländischen Bergmannsbischöfen denen, die nach ihnen kommen. Danke, liebe Berg- und Hüttenarbeiter, dass Ihr Euer Land und seine Menschen so viele Jahrzehnte ernährt habt. Möge die Heilige Barbara Euch weiterhin in den Schlagwettern des Lebens begleiten. Glück auf! und Gottes Segen!

 
 
Trier: 13. April bis 13. Mai 2012
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