Und führe zusammen, was getrennt ist

Wie die Heinzelmännchen 12.05.12

Stühle schleppen, Toiletten reinigen: Der Bürgerservice arbeitet beinahe unsichtbar

Da wird Stühlerücken zur Maßarbeit: Mitarbeiter vom Bürgerservice bei der Arbeit.

Da wird Stühlerücken zur Maßarbeit: Mitarbeiter vom Bürgerservice bei der Arbeit.

Trier  - Nein, von der Wallfahrt richtig etwas mitbekommen haben die rund 30 Frauen und Männer nicht. Ihre Arbeit war zu Ende, wenn die Pilger kamen, und fing erst wieder an, wenn die Gäste abgezogen waren. Die Rede ist von den täglich 25 bis 30 Frauen und Männern des Trierer Bürgerservices. Unter der Leitung von Jörg Gerth sorgte die Abteilung "Dienste aller Art" dafür, dass Stühle standen, wo sie gebraucht wurden, Bänke aus dem Weg geräumt und die Toilettenanlagen gereinigt und mit insgesamt 6042 Rollen Toilettenpapier bestückt waren.

"Stellenweise mussten die Leute geradezu Sklavenarbeit leisten", sagt Gerth und spricht damit den aufwendigsten Teil der Arbeit an: Den Palastgarten. Mehrmals mussten dort die 140 Bänke auf- und wieder abgebaut werden. Ein Job, für den zwölf starke Männer zur Verfügung standen. Um eine der schweren Freiburger Papst-Bänke bewegen zu können, mussten vier Mann kräftig zupacken. "Nach den Aktionen waren die Jungs platt", sagt Gerth. Um Stühle und Bänke ging es während der vierwöchigen Wallfahrt nicht allein im Palastgarten. Mehrmals musste der Hof des Priesterseminars für größere Gottesdienste ausgerüstet werden. Und in St. Maximin können die starken Männer vom Bürgerservice inzwischen beinahe im Schlaf und in Rekordzeiten die Schulturnhalle ausräumen und 1000 Stühle akkurat nach Plan aufstellen - um sie nach ein bis zwei Tagen wieder abzuräumen und alles für die nächste Turnstunde zu richten. "Ich kann wirklich bald keine Stühle mehr sehen", sagte einer der  Arbeiter und stellt derweil sieben Sitzgelegenheiten punktgenau auf.

Jörg Gerth ist begeistert von allen Beteiligten. Die 20 Festangestellten und die ausgeliehenen Mitarbeiter arbeiteten präzise und höchst motiviert. Er lobt er die Planungen des Bistums und die dort verantwortlichen Organisatoren. "Dieser Auftrag ist eine super Sache für unsere Leute. Für die ist es beispielsweise überhaupt nicht üblich, dass sie gelobt werden und Herzlichkeit erfahren." Freundlichkeit und Gelassenheit wiegen für Gerth auf, dass manche Aktionen sehr kurzfristig ausgeführt werden mussten. Der Bereich, wo Mitarbeiterbedarf und Arbeitsaufwand am wenigsten einzuschätzen waren, sei die Betreuung der Toilettenanlagen. Acht Stationen mit Containern sind für die Pilger aufgebaut und werden von acht Frauen des Bürgerservices in Schichten mit bis zu sechs Mitarbeiterinnen morgens früh auf- und abends wieder zugesperrt, gereinigt und bestückt. Die Pilger haben fast gar nichts bemerkt von der Arbeit des Bürgerservices. Und doch hat die "starke Truppe" um Jörg Gerth für jeden Einzelnen der rund 500 000 Wallfahrer gearbeitet.  

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Trier: 13. April bis 13. Mai 2012
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