Und führe zusammen, was getrennt ist

Vierwöchige Festzeit ist vorbei 13.05.12

Heilig-Rock-Wallfahrt endete mit Vesper und Verhüllung des Schreins

Es war um 20.20 Uhr, als der Heilige Rock wieder verhüllt wurde.

Es war um 20.20 Uhr, als der Heilige Rock wieder verhüllt wurde.

Trier - Die Heilig-Rock-Wallfahrt ist vorbei. Es war am Abend des 13. Mai genau um 20.20 Uhr, als Dompropst Prälat Werner Rössel und Wallfahrtsleiter Mons. Dr. Georg Bätzing den Schrein mit dem Heiligen Rock verhüllten. Damit endete die 31-tägige Wallfahrtszeit, in der rund 550.000 Menschen zur Tunika Christi gepilgert waren. Unter dem Motto "und führe zusammen, was getrennt ist" hatte das Bistum Trier seit dem 13. April nach Trier eingeladen. Erstmals in diesem Jahrtausend war in dieser Zeit der Heilige Rock zu sehen. Normalerweise wird der Heilige Rock nicht sichtbar in einem Schrein aufbewahrt. Wann die nächste Wallfahrt stattfinden wird, steht noch nicht fest.

Vor der Verhüllung hatte Bischof Dr. Stephan Ackermann mit Tausenden Gläubigen im Trierer Dom die Abschlussvesper der Wallfahrt gefeiert. In seiner Predigt sagte der Bischof, dass nun eine vierwöchige Festzeit zu Ende gehe. Er dankte den vielen Tausenden, die an der Gestaltung des Festes mitgewirkt hätten. "Die Tunika Christi", so sagte der Bischof, habe die Pilgerinnen und Pilger "an den Anfang unseres Glaubens zurückgeführt, an den Ursprung, den wir nie hinter uns lassen, der nie bloß Geschichte wird: Jesus Christus. Aus diesem Ursprung leben wir, aus ihm entspringt immer wieder neu die Kirche."

Der Heilige Rock stehe in ganz besonderer Weise für die "sinnlich-konkrete Wirklichkeit Jesu unter uns Menschen". Zwar seien die Pilger nach Trier gekommen, auch um zu schauen und den Schrein anzufassen. Zugleich sei der Blick jedoch wie von selbst über die Reliquie hinausgegangen: auf Jesus Christus. Viele Menschen hätten während der Heilig-Rock-Wallfahrt neu entdecken dürfen: "Die Botschaft Jesu ist keine weltfremde Lehre, sondern Wort, das in mein Leben trifft und das neue Lebenshorizonte auftut." Zugleich, so sagte Bischof Ackermann weiter, hätten die Pilgerinnen und Pilger erfahren, dass sie mit ihrem Glauben nicht alleine stünden, sondern sich in großer Gemeinschaft befänden.

Der Bischof zeigte sich dankbar dafür, "dass die Schwestern und Brüder der anderen christlichen Konfessionsfamilien, der reformatorischen und der orthodoxen Tradition unsere Einladung angenommen, ja die Wallfahrt mit gestaltet und dadurch unsere Freude vergrößert haben". Das Netz, das Gewand der Pilgergemeinschaft der Heilig-Rock-Wallfahrt, sei in den vergangenen vier Wochen nicht zerrissen, sondern habe die Vielfalt der Kulturen, der Spiritualitäten, der Konfessionen, der Kirchenbilder beieinander gehalten. "Vielfältige Fäden sind geknüpft. Wir sollten sie nicht abreißen lassen!", rief Bischof Ackermann den Gläubigen zu.

Die Wallfahrt, so betonte der Bischof weiter, sei nicht nur eine Festzeit, sondern auch eine spirituelle, geistliche Intensivzeit gewesen, also das was die Kirche "Exerzitien" nenne. "Am Ende dieser vier Wochen geht es darum, die geistlichen Früchte einzusammeln, um dadurch klarer und entschiedener den weiteren Lebens- und Glaubensweg bestimmen zu können", sagte Bischof Ackermann. Er appellierte an die Gläubigen, nicht am nächsten Tag einfach zur Tagesordnung zurückzukehren: "Dafür war die Zeit der Wallfahrt zu kostbar. Wenn wir die Erfahrung der Wallfahrt über ihr Ende hinaus teilen, dann wird die Freude, die wir erleben durften, nicht verblassen, sondern weiterwirken und -wachsen."

Die Predigt im Wortlaut » hier

Am Abend des 14. Mai findet das große Fest für die mehr als 2.300 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer statt, die während der Heilig-Rock-Wallfahrt im Einsatz waren. Ebenfalls ab dem 14. Mai beginnen auch die Abbau-Arbeiten im und um den Dom sowie in der Stadt Trier. Der Dom ist an diesem Tag geschlossen. Ab dem 15. Mai sind der Dom und der Kreuzgang dann wieder täglich von 6.30 bis 18 Uhr geöffnet. Auch die Domschatzkammer  kann wieder besucht werden. Die täglichen Domführungen um 14 Uhr beginnen wieder am Donnerstag, 17. Mai. Am Freitag, 18. Mai wird der "Schaff-Rock", der während der Wallfahrt vor der Konstantin-Basilika gestanden hat und auf die Probleme von Langzeitarbeitslosen aufmerksam gemacht hat, zum Robert-Schuman-Haus gebracht werden, wo er dauerhaft aufgestellt wird.

Array

Auszüge aus der Predigt von Bischof Ackermann: Der Blick ging über den Heiligen Rock hinaus auf Christus


Array

In der Wallfahrt wurde die Wirklichkeit der Glaubensgemeinschaft sichtbar


Array

Die Mitwirkung der anderen Konfessionen hat unsere Freude vergrößert. Das Gewand der Pilgergemeinschaft hat die Vielfalt beieinander gehalten.


Array

Es geht nun darum, die geistlichen Früchte einzusammeln, um dadurch klarer den weiteren Lebens- und Glaubensweg bestimmen zu können.


Array

Vollständige Predigt (ca. 11 Minuten)


Kommentar verfassen

Bislang keine Kommentare.

Trier: 13. April bis 13. Mai 2012
Die Wallfahrt auf Facebook Folge uns auf Twitter Unser Youtube-Kanal Pressemeldungen als RSS Zur Homepage des Bistums Trier

Fotogalerien

Pilgerteppich

Hunderte Bilder aus den Wallfahrts-Wochen - viele schöne Erinnerungen, vielleicht auch für Sie!? Zu finden auf dieser Seite.