Rock und Regenbogen 10.05.12
Kommunionkinder der Pfarreiengemeinschaft Mettlach pilgern nach Trier

Mit dem Pilgerstock vorneweg zogen die Kommunionkinder durch Trier
Trier - "Regenbogen buntes Licht. Deine Farben sind das Leben", singen die Kinder, als sie am 7. Mai durch die Straßen Triers ziehen. Voran tragen die rund 40 Erstkommunionkinder der Pfarreiengemeinschaft Mettlach im Saarland ihren Pilgerstab, dessen Spitze die Form eines Rockes hat. Ihr Ziel: die Tunika Christi im Trierer Dom. Doch zuvor machen die Acht- bis Neunjährigen mit ihren Eltern und Geschwistern noch Station am Grab der Seligen Blandine auf dem Friedhof von St. Paulin.
Bei dem Gottesdienst in der Kapelle haben die Kinder Besuch von weit her. Der Erzbischof von Sucre in Bolivien, Jesús Gervasio Pérez Rodríguez, feiert mit ihnen und Pfarrer Thomas Schmitt sowie Kooperator Sergio Fernandez, der für den Bischof übersetzt: "Guten Tag alle zusammen, besonders die Kinder", begrüßt der Erzbischof die Gemeinde. Und er fordert sie auf: "Bitten wir um die Fürsprache der Schwester Blandine, dass wir immer weiter wachsen im Glauben." Die Selige Blandine wurde 1883 im saarländischen Düppenweiler geboren, etwa 20 Kilometer von Mettlach entfernt. Die Ursulinenschwester und Lehrerin starb mit 34 Jahren an Tuberkulose in Trier. 1987 wurde sie seliggesprochen. "Blandine hat nie den Kontakt zu Jesus aufgeben", sagt Pfarrer Thomas Schmitt zu den Kommunionkindern. "Und das wünsche ich euch auch." 1891 soll Blandine, die mit gebürtigen Namen Maria Magdalena Merten hieß, auch zum Heiligen Rock gepilgert sein. "So wie ihr heute auch", sagt Pfarrer Schmitt.
"Regenbogen buntes Licht. Deine Farben sind das Leben. Gott verlässt die Erde nicht. Hat sein Zeichen uns gegeben", singen sie als es weiter geht Richtung Dom. "Ich freue mich auf den Heiligen Rock, weil er schön ist", sagt die achtjährige Fabienne. "Und es ist toll wieder mit den anderen Kommunionkindern zusammen zu sein." Am 22. April hat die Gruppe gemeinsam zum ersten Mal die Heilige Kommunion empfangen.
"Es hat sich gerade angeboten den Kommunionsausflug nach Trier zum Heiligen Rock zu machen", sagt Kooperator Sergio Fernandez, der seit 2008 in Mettlach arbeitet. "Denn in der Kommunion kommen die Kinder Christus näher. Und auch der Heilige Rock verbindet uns mit Jesus", sagt der bolivianische Priester. "Seit unserer Taufe tragen wir das Kleid des Glaubens."
"Ich freu mich auf den Heiligen Rock ganz viel", sagt Johanna (9). "Weil ich ihn noch nie gesehen habe." Für den Besuch hat sie sogar das Trierer Pilgergebet auswendig gelernt. "Gott verlässt die Erde nicht. Hat sein Zeichen uns gegeben", singen die Kinder, bis sie zum Dom kommen. Dort stimmt Schmitt die Kinder noch einmal auf den Besuch ein: "Wir denken daran, der Heilige Rock erinnert uns an den Heiland, der für uns gestorben ist." Die Aufregung bei den Kindern steigt. Die achtjährige Emma packt ein Heiligenbildchen aus, das sie auf den Schrein legen möchte.
Die Kinder betreten den Dom, machen ein Kreuzzeichen mit Weihwasser. Sie reihen sich ein in die Schlange. Nur noch wenige Meter zum Heiligen Rock. Am Schrein begrüßt sie Wallfahrtsleiter Dr. Georg Bätzing. Er lädt sie ein sich um den Heiligen Rock zu versammeln und auch ihren Pilgerstab auf den Schrein zu legen. Dann sprechen sie gemeinsam das Pilgergebet: "Jesus Christus, Heiland und Erlöser, erbarme dich über uns und über die ganze Welt. Gedenke deiner Christenheit, und führe zusammen, was getrennt ist."
"Es war, wie ich es mir vorgestellt habe", sagt der neunjährige Nils. "Ein gutes Gefühl. Und am schönsten war, dass der Wallfahrtsleiter mit uns gebetet hat." Und Denise (9) fügt hinzu: "Es war bewegend, denn das sieht man nicht jeden Tag."
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