Ökumenisches Bemühen ist ein Geschenk 31.01.12
Empfang zum Start des Ökumenischen Forums

Für Weihbischof Brahm ist es ein Herzensanliegen, die Heilig-Rock-Wallfahrt im ökumenischen Geist zu gestalten und zu feiern.
Trier -"Es ist uns ein Herzensanliegen, die Heilig-Rock-Wallfahrt im ökumenischen Geist zu gestalten und zu feiern." Das hat der Trierer Weihbischof Robert Brahm, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft "Ökumene" der Heilig-Rock-Wallfahrt, am 30. Januar beim Empfang zur Eröffnung des Internationalen Ökumenischen Forums in Trier betont. Das Forum im Trierer Robert-Schuman-Haus steht unter dem Leitwort "und führe zusammen, was getrennt ist". Es findet im Zugehen auf die Heilig-Rock-Wallfahrt statt, zu der das Bistum Trier vom 13. April bis 13. Mai einlädt.
In seiner Begrüßung erinnerte Weihbischof Brahm "mit Dankbarkeit" an das seit der Wallfahrt von 1996 "gewachsene ökumenische Miteinander der christlichen Kirchen in Trier, im Saarland, in der Pfalz, im Rheinland und in Luxemburg." In diesem ökumenischen Geist wolle man sich den gemeinsamen Herausforderungen stellen. Er sei froh, die rund 200 Teilnehmer des Forums "als christliche Kirchenfamilie begrüßen zu dürfen". Die Evangelische Kirche im Rheinland, die Evangelisch-Methodistische Kirche, die Freien Evangelischen Kirchen, die Bistümer der Altkatholiken und der Anglikaner, die Orthodoxe Kirche, die Altorientalische Kirche sowie die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) und der Rat Christlicher Kirchen im Erzbistum Luxemburg hätten die Vorbereitung des Forums mitgetragen: "Ihre Beiträge sind uns überaus wichtig", sagte Brahm. Er wünschte den Teilnehmenden "überraschende Einsichten, weiterführende Diskussionen und bewegende Feiern."
Der Leiter des Ökumenischen Forums, Dr. Bernhard Fresacher, nannte die "überwältigende Resonanz" auf das Forum ein gutes Zeichen für die Wallfahrt und für die Ökumene. Das Forum nehme den Heiligen Rock, die im Trierer Dom bewahrte unzerteilte Tunika Christi, zum Anlass, die Herausforderungen zu thematisieren, vor denen Glaube und Religionen heuten stünden. "Die Gesellschaft ist auf den Beitrag der Kirchen und Religionen für ein friedliches Zusammenleben angewiesen", sagte Fresacher. Die Tunika Christi sei ein Bild für die Einheit und Vielfalt, ein Bild für Christus und die Kirche. Das Forum werde das vielfältig verwobene Gewand im Blick auf die Gesellschaft heute interpretieren. Das zeigten auch die vier Thematiken, mit denen sich die Teilnehmer bis zum 3. Februar befassen: "Kreuz und quer verwoben! - Christsein in der Gesellschaft heute und der Dialog der Religionen", "Nahtlos zerrissen? - Ökumenische Herausforderungen und Perspektiven", "Gut angezogen? - Nachfolge in Tradition und Wandel" und "Eine Nummer zu groß? - Aus der Hoffnung leben, mit Vorläufigkeiten umgehen lernen".
Oberkirchenrätin Barbara Rudolph von der Evangelischen Kirche im Rheinland wies auf die für protestantische Christen schwierige Thematik der Heilig-Rock-Wallfahrt hin. Sie ermutigte die Anwesenden, "um das Gewand zu ringen, um den Glauben zu ringen, um der Menschen willen, die auf unser gemeinsames Zeugnis warten". Sie sagte, das Bistum Trier habe sich "unbequeme Gäste" eingeladen, das gemeinsame Zugehen der christlichen Kirchen auf die Wallfahrt sei ein "gegenseitige Zumutung": "Sie muten sich die schärfsten Kritiker von Reliquien und Wallfahrt zu, wir muten uns zu, was wir als unnötig erkannt haben, uns wieder ans Herz legen zu lassen." Sie ermutigte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Forums, nicht in theologischen Klischees zu verharren, sondern neu zu sortieren, "wo wir uns in den Traditionen auseinander bewegt haben, und wo wir uns um Jesu Christi um den gemeinsamen Weg bemühen sollen". Das ökumenische Bemühen darum sei "ein Geschenk".
Dr. Siegfried Schmitt, Vorsitzender der ACK Südwest, erinnerte daran, dass Christen durch die Taufe mit Jesus Christus verbunden seien: "Dieser Lebensfaden kann niemals zerrissen werden, auch wenn wir untreu sind." Schmitt lud dazu ein, am "gemeinsamen Tuch der christlichen Gemeinden" weiter zu weben. Er wünschte den Forumsteilnehmern, dass die Feier des gemeinsamen Gottesdienstes sie bestärken möge, dass sie neu die Erfahrung machten, dass das ökumenische Bemühen für alle Kirchen und die Gesellschaft spannend sei und dass die Ökumene der Heilig-Rock-Wallfahrt der Ökumene in Deutschland "dienlich" sei.
Nach dem Empfang wurde ein Webstuhl in Betrieb genommen, der auch Teil des Begrüßungsritus bei der Wallfahrt selbst sein wird (eigener Bericht folgt). Das Ökumenische Forum dauert noch bis zum 3. Februar. Unter dem Leitwort der Wallfahrt "und führe zusammen, was getrennt ist" werden die rund 200 Teilnehmer des Forums in Vorträgen, Podien und Workshops über die Herausforderungen diskutieren, vor denen die christlichen Kirchen heute gemeinsam mit den anderen Religionen stehen. Als Referenten werden unter anderem noch erwartet: der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Nikolaus Schneider, der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Kurt Kardinal Koch (Rom), der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, Dr. Olav Fykse Tveit (Genf), Metropolit Augoustinos (Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland), Bischöfin Rosemarie Wenner (Evangelisch-methodistische Kirche), der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken Alois Glück und Prof. Dr. Gerhard Robbers, Präsident des 34. Deutschen Evangelischen Kirchentags.
Weitere Informationen gibt es unter www.oekumenisches-forum-trier.de oder unter www.heilig-rock-wallfahrt.de
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