Und führe zusammen, was getrennt ist

In Berührung mit Kirche gekommen 12.05.12

Positive Bilanz nach vier Wochen "Kirche der Jugend"

Beten, chillen, reden - in der Kirche der Jugend.

Beten, chillen, reden - in der Kirche der Jugend.

Trier - "Es war ein Experiment, St. Paulus als Kirche der Jugend zu präsentieren, aber es ist gelungen." Zum Ende der Heilig-Rock-Wallfahrt ist Diözesanjugendpfarrer Matthias Struth mit den Erfahrungen rund um die Kirche der Jugend hoch zufrieden. Er schätzt, dass rund 20.000 Menschen St. Paulus während der Wallfahrt besucht haben. Viele davon hätten auch die verschiedenen inhaltlichen Angebote dort wahrgenommen.

Ein Beispiel seien die Workshops zu den dort installierten Kunstprojekten. Die Jugendlichen hätten diese zum Anlass genommen, sich auch mit schwierigen Themen wie Ausgrenzung, sexuellem Missbrauch, kritischem Konsumverhalten oder der Spannung zwischen traditioneller und moderner Kirche auseinanderzusetzen. Zum Thema Organspende habe es einen eigenen Gottesdienst mit anschließender Diskussion gegeben. Dort sei auch eine 16-Jährige zu Gast gewesen, der ein Spenderherz das Überleben ermöglichte. "Da haben sich die Jugendlichen sehr intensiv mit Fragen des Lebens und des Todes auseinandergesetzt", berichtet Struth. Ein anderes Beispiel für die inhaltliche Vielfalt seien verschiedene Vorträge, beispielsweise zur aktuellen Situation in Syrien: "So konnten wir auch auf Themen aufmerksam machen, die sonst vielleicht nicht im Leben der Jugendlichen vorkommen", sagt der Jugendpfarrer. "Es ist uns gelungen, in der Kirche der Jugend politische und lebensrelevante Themen zu platzieren, wir haben die Lebenswelt der Jugendlichen angesprochen aber auch erweitert."

Geholfen habe dabei die Gestaltung des Kirchenraums durch die Jugendlichen, betont Struth. Die Beleuchtung, die Kunstprojekte und die fehlenden Bänke hätten es möglich gemacht, neben geistlichen auch kulturelle Angebote wie Konzerte, Kino oder Vorträge zu platzieren. Dabei sei das Programm nicht ausschließlich von kirchlich sozialisierten Jugendgruppen wahrgenommen worden. So hätten auch viele Schulklassen die Kirche der Jugend St. Paulus besucht. "Dabei sind viele in Berührung mit Kirche gekommen, vielleicht nur punktuell, aber möglicherweise interessiert sich mancher jetzt mehr dafür, was Kirche für junge Menschen anbietet", so Struth. Dadurch, dass die Jugendlichen sich selbst einbringen und Themen ansprechen konnten, sei es gelungen, ein positives Bild von Kirche zu vermitteln. Überzeugt hat den Jugendpfarrer auch, mit welchem Interesse die jungen Leute gerade auch die inhaltlichen und geistlichen Angebote wahrgenommen haben. "Es war eine tolle Erfahrung, dass die Jugendlichen beispielsweise zu den Morgen- und Nachtgebeten genauso da waren wie zu den großen Events."

Aus den positiven Erfahrungen erhofft sich Pfarrer Struth auch Impulse für die gesamte Jugendpastoral im Bistum Trier. "Viele Gemeinden werden sich anschauen, wie die Kirche der Jugend räumlich und inhaltlich gestaltet war", ist er überzeugt. Keinen Hehl macht er aus seinem Wunsch, St. Paulus dauerhaft als Jugendkirche zu etablieren. "Es wäre eine vertane pastorale Chance, nicht darüber nachzudenken", sagt er. Erforderlich sei natürlich ein schlüssiges Konzept. Das solle jetzt erarbeitet werden.

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