Grundriss - Aufriss 03.02.12
Kunstausstellung im Rahmen des Ökumenischen Forums eröffnet

Die Künstlerin im Gespräch mit Wallfahrtsleiter Dr. Georg Bätzing.
Trier - Mit einer Vernissage ist am 2. Februar im Rahmen des Internationalen Ökumenischen Forums die Ausstellung "Grundriss - Aufriss" der Künstlerin Renate Reifert eröffnet worden. Noch bis nach der Heilig-Rock-Wallfahrt (13. April bis 13. Mai) werden die von der Katholischen Akademie Trier präsentierten Werke der Malerin im Robert-Schuman-Haus in Trier zu sehen sein.
"Eine Sehnsucht nach Licht und Erleuchtung ist den meisten Religionen gemein. Diese Thematik spiegelt sich auch in den Bildern Renate Reiferts wider", sagte die Journalistin Eva-Maria Reuter bei der Vorstellung der Künstlerin. Die Ausstellung greife so auch die Idee des Ökumenischen Forums auf, denn so vielgestaltig wie die Farben seien auch die hier vertretenen Glaubensrichtungen. Reifert, die an der Kunsthochschule in Wiesbaden Kunst studiert hat und seit 1992 als selbstständige Künstlerin arbeitet, verbinde Aspekte der Farbpsychologie und der Farbenlehre mit räumlichen Konzepten. Mit einem Zitat des deutschen Philosophen Martin Heidegger sagte Reuter, Bilder seien wie Menschen "in die Welt geworfene Entwürfe" und bedürften eines aufmerksamen Betrachters, der ihnen Sinn gebe.
Gäste des Forums und andere Besucher der Vernissage konnten auf mehreren Etagen des Robert-Schuman-Hauses in Dialog mit den Bildern treten. So etwa zeigt das Bild "Farben des Salbei" lindgrün, fliederfarben und himmelsblau gefärbte, sich überlagernde geometrische Flächen. Am rechten Bildrand versteckt lugt in Form eines kleinen weißen Dreiecks die unbearbeitete Leinwand hervor - diese Leerstelle ist ein typisches Stilmittel Reiferts. Ihre Bildkompositionen, so erläuterte die Künstlerin, entstünden aus lasierten Farbflächen, die nacheinander auf die Leinwand aufgetragen werden. Ihre Bilder entwickelten sich so in einem mehrwöchigen Prozess. Eine wichtige Inspirationsquelle sei für sie das Spektrum der Farben, die in der Natur vorkommen, beispielsweise Blumen und Kräuter in einem Apothekergarten. "Die Natur ist für mich von überwältigender Schönheit. Deshalb sind die meisten meiner Bilder von ihren Farben beeinflusst", sagte die Künstlerin. Ein Detailausschnitt der Welt werde durch die Farben festgehalten, doch die freie Stelle bedeute auch einen Riss in der Wirklichkeit des Bildes. "Dieser Aufriss im Grundriss der bunten Farbflächen soll den Fokus des Betrachters auch auf das lenken, was nicht sichtbar und greifbar ist. Es gibt also ein Jenseits über die Grenzen des Bildes hinaus", erklärte Reifert.
Die Existenz des Menschen in seiner Welt ist ein wesentliches Thema der Werke von Renate Reifert. So hat sie auch solche Räume gestaltet, in denen Menschen mit lebenswichtigen Fragen in Berührung kommen - Arztpraxen, Altenheime oder Krankenhäuser. Dieses raumbezogene Arbeiten nennt die Künstlerin schlicht "Farbtun", also Kunst, die über ihren rein ästhetischen Aspekt hinaus auf den Betrachter wirken soll.
Das Internationale Ökumenische Forum ist am 3. Februar zu Ende gegangen. Unter dem Leitwort der Wallfahrt "und führe zusammen, was getrennt ist" hatten seit dem 30. Januar rund 200 Teilnehmer des Forums in Vorträgen, Podien und Workshops über die Herausforderungen diskutiert, vor denen die christlichen Kirchen heute gemeinsam mit den anderen Religionen stehen. Weitere Informationen gibt es unter www.oekumenisches-forum-trier.de. Das Forum findet im Zugehen auf die Heilig-Rock-Wallfahrt vom 13. April bis 13. Mai statt. Informationen dazu gibt es unter www.heilig-rock-wallfahrt.de
Weitere Informationen zur Ausstellung gibt es bei der Katholischen Akademie Trier, Auf der Jüngt 1 , 54293 Trier, Tel.: 0651-81050, E-Mail: katholische.akademie@bistum-trier.de. Informationen über Renate Reifert gibt es unter www.renate-reifert.de im Internet.
Bislang keine Kommentare.

Fotogalerien
Inzwischen sind jede Menge Bilder zusammen gekommen. Zu finden auf dieser Seite.


