Und führe zusammen, was getrennt ist

Gemeinsam auf den einen Herrn hören 16.05.11

Evangelische Kirche Trier beteiligt sich an Heilig-Rock-Wallfahrt

Wallfahrtsleiter Dr. Georg Bätzing und Oberkirchenrätin Barbara Rudolph

Wallfahrtsleiter Dr. Georg Bätzing und Oberkirchenrätin Barbara Rudolph

Trier/Bitburg - Die Evangelische Kirche im Kirchenkreis Trier wird sich auf vielfältige Weise an der Heilig-Rock-Wallfahrt beteiligen. Die Kreissynode, das Parlament des evangelischen Kirchenkreises, hat sich in ihrer Versammlung am 14. Mai in Bitburg über den Stand der Vorbereitungen informiert und die weitere Beteiligung an der Christuswallfahrt beraten. Als Gast und Referent nahm Wallfahrtsleiter Monsignore Dr. Georg Bätzing an der Kreissynode teil.

Oberkirchenrätin Barbara Rudolph, bei der Evangelischen Kirche im Rheinland mit Sitz in Düsseldorf zuständig für die Ökumene, sagte, es sei durchaus ungewöhnlich für Protestanten, sich an einer Wallfahrt zu beteiligen, bei der eine Reliquie im Mittelpunkt steht. Sie selbst sei noch von einer Tradition geprägt worden, in der es hieß: "Protestanten beschäftigen sich mit dem Text und nicht mit Textilien." Diese protestantische Distanz sei zwar nicht gewichen, auch sei es historisch ungeklärt, wem das Gewand gehöre, das in Trier aufbewahrt werde. Aber: "Vielleicht ist das auch nicht wichtig, wenn uns diese Textilie dazu bringt, gemeinsam auf den Text zu hören, mehr noch, gemeinsam auf den einen Herrn zu hören, der uns in den biblischen Texten begegnet." In der Bibelstelle im Johannesevangelium, in der von Jesu Gewand die Rede ist, gehe es um die Einheit der Christen.  Rudolph sagte: "Vielleicht hilft uns der Rock hier in Trier, um uns an die Einheit zu erinnern, zu der die eine Kirche berufen ist -in der Ökumene, aber auch in den Wegen, die unsere Kirche gehen wird."  

Wallfahrtsleiter Bätzing erinnerte in seinem Vortrag vor der Synode daran, dass die Heilig-Rock-Wallfahrt nicht selbstverständlich ein ökumenisches Ereignis sei. Sie sei in ihrer Geschichte auch oft ein anti-ökumenisches Ereignis gewesen. "Aber sie kann zu einem ökumenischen Ereignis gemacht werden", betonte Bätzing. Er erneuerte seine Einladung an die evangelischen Christen, die er bereits auf dem evangelischen Kreiskirchentag im August 2010 in Schweich ausgesprochen hatte. Auch die katholische Kirche habe den Heiligen Rock entmythologisiert und sich von der Frage der Echtheit etwas gelöst, sagte Bätzing. "Niemand kann sagen, ob das ein Stück des Gewandes Jesu ist. Aber wenn ich davor stehe, schaue ich auf ein Bild Jesu und habe vor Augen, wie viele Menschen daraus Kraft gezogen haben", sagte der Theologe. Christus und der Glaube stünden im Mittelpunkt der Wallfahrt. Der Heilige Rock sei ein Symbol für Christus, das in der Heiligen Schrift wurzele. Es werde auf die Einheit der Christenheit hingedeutet, so wie sie von Gott gewollt sei. "Das ist ein Stachel im Fleisch der immer noch gespaltenen Christenheit", erklärte Bätzing. Daher ergehe die Einladung an alle: "Wir möchten, dass unterschiedlichste Menschen bei dieser Wallfahrt Jesus begegnen können und bemühen uns, das Zeugnis von evangelischen und orthodoxen Christen einzubinden, damit es uns Katholiken bereichert."

Der Superintendent des Kirchenkreises Trier, Christoph Pistorius, wies auf die gewachsene ökumenische Zusammenarbeit in Trier hin, die der damalige Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Peter Beier, und der damalige Trierer Bischof Hermann Josef Spital bei der letzten Wallfahrt im Jahr 1996 begründet hatten. "Wir haben allen Grund mit großem Zutrauen dieses Projekt mit zu begleiten und uns da einzubringen." Das Miteinander sei inzwischen so, "dass keiner den anderen vereinnahmen will, dass wir wissen, wo wir unsere Grenzen haben, und dass wir aber auch wissen, dass wir einen gemeinsamen Auftrag haben", betonte Pistorius. Konkret seien etwa tägliche ökumenische Gebete in der evangelischen Konstantin-Basilika geplant. Am 5. Mai 2012, dem Tag der Ökumene, werde sich die evangelische Kirche in einen großen ökumenischen Tauferinnerungsgottesdienst einbringen.  

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Superintendent Christoph Pistorius (Trier)


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Oberkirchenrätin Barbara Rudolph


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Wallfahrtsleiter Georg Bätzing


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Trier: 13. April bis 13. Mai 2012
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