Und führe zusammen, was getrennt ist

"Das bringt Jugendliche näher an die Kirche heran" 29.04.12

Breites Angebot aus Spaß und Information beim Jugendevent zur Wallfahrt

Überraschung: Bischof Ackermann besucht spontan die Schönstatt-Jugend.

Überraschung: Bischof Ackermann besucht spontan die Schönstatt-Jugend.

Trier - Helene, Hannah und Yvonne können es kaum glauben: Gerade haben sie gehört, dass im Jahr 2009 weltweit über acht Millionen Kinder noch vor ihrem fünften Geburtstag gestorben sind. Gründe dafür sind Unterernährung, Krankheiten und mangelnde ärztliche Versorgung. Die drei 14 bis 15 Jahre alten Mädchen nehmen Teil am Workshop "Auf die Dauer hilft nur Power" zum Thema Kinderrechte im Angela-Merici-Gymnasium, einem von zahlreichen Angeboten am 28. April beim großen Jugendevent während der Heilig-Rock-Wallfahrt. Beeindruckt sind sie auch von der Zahl der Jugendlichen, die weltweit in Haft sitzen: Etwa eine Million. "Wir haben auch gehört, dass viele Länder Kinderrechte verweigern", sagt Hannah. Und Yvonne ergänzt: "Kinder haben aber Rechte, zum Beispiel das Recht, die eigene Meinung sagen zu dürfen." Margret Sundermann und Margret Kastor von der Fachstelle Kinder- und Jugendpastoral des Bistums Trier bieten diesen Workshop an. "Wir wollen die Kinder in ihrem Selbstbewusstsein stärken; aus starken Kindern werden auch mündige Christen", sagt Sundermann.

Einige Räume weiter heißt der Workshop ganz harmlos "Willkommen bei Facebook". Sofie Burger vom Jugendserver Saar versucht den jugendlichen Teilnehmern aber zu vermitteln: So harmlos ist dieses soziale Netzwerk gar nicht: "Facebook will so viel wie möglich über Euch wissen, und da müsst ihr vorsichtig sein." Die Jugendlichen haben viele Fragen, wie sie verhindern können, dass sie zu viele Informationen von sich preisgeben. Ganz verzichten auf Facebook müssten sie aber nicht, meint Burger, schließlich biete es auch tolle Möglichkeiten, mit anderen Menschen zu kommunizieren.

Kein Platz für Nazis

Ein ganz anderes gesellschaftliches Phänomen wird derweil im Palastgarten diskutiert: "Könnt ihr über Nazis lachen?" heißt die Frage, die die AG Offene Einrichtungen im Bistum Trier stellt. Die Meinungen der Jugendlichen darüber sind geteilt. Die einen meinen, man dürfe sich durchaus über Nazis lustig machen, weil sie und ihre Ansichten dumm seien. Andere argumentieren, Nazis seien gefährlich und gewalttätig, da sei es nicht richtig, über sie zu lachen. "Wir wollen Jugendliche für das Thema sensibilisieren und ihnen Argumente an die Hand geben, sollten sie zum Beispiel an Schulen mit Nazis in Kontakt kommen", sagt Martin Bauer, Leiter des Café Exodus in Saarbrücken.

Zurück im Angela-Merici-Gymnasium: Diakon Horst-Peter Rauguth aus Saarbrücken hat zum Bibliolog "Heilsame Begegnung - Berührung des Gewandes Jesu" geladen. Die jugendlichen Teilnehmer sollen sich dabei in Personen hineinversetzen, die in einem Bibeltext vorkommen. Sieben Messdienerinnen aus Ründeroth im Bergischen Land gehen mit auf die Zeitreise. Rauguth hat eine Stelle aus dem Markus-Evangelium ausgesucht, in der eine kranke Frau geheilt wird, in dem sie das Gewand Jesu berührt. Die Messdienerinnen überlegen sich, wie traurig und verzweifelt sich die Frau durch ihre Krankheit gefühlt haben mag, aber auch, wie froh sie nach ihrer Heilung gewesen sein muss. Auch die Funktion des Gewandes Jesu in der Geschichte wird besprochen: "Es war sozusagen der Vermittler zwischen der Frau und Jesus", sagt eine Teilnehmerin. "Sie schlägt den Bogen zum Heiligen Rock, den wir derzeit hier in Trier sehen können", erklärt Rauguth. "Egal, ob Jesus diesen nun tatsächlich getragen hat oder nicht, durch ihn können wir in Kontakt zu Jesus kommen." Die Messdienerinnen aus Ründeroth sind von der Methode des Bibliologs ganz begeistert: "Da kann ich mich viel besser in die Geschichte hineinversetzen", sagt eine. Die anderen stimmen zu: "Dadurch setzt man sich viel intensiver damit auseinander und versteht den Text viel besser."

Bischofs Brötchen mit Nuss-Nougat-Creme

Unterdessen wird im Schulhof laut gesungen: Die Schönstatt-Jugend hat sich versammelt und ist ganz aufgeregt: "Wir haben vorhin den Bischof getroffen, er hat spontan zugesagt, uns hier zu besuchen", erklärt ein Jugendlicher. Und tatsächlich: Plötzlich brandet Beifall auf, Bischof Dr. Stephan Ackermann ist eingetroffen. Nach einem lockeren Gespräch, bei dem die Jugendlichen unter anderem erfahren, dass es beim Bischof morgens zum Frühstück auch Nuss-Nougat-Creme gibt, besucht Ackermann das "Heiligtum auf Rädern", mit dem die Schönstatt-Jugend durchs Land zieht. Dann wird gemeinsam weiter gesungen.

Generell ist die Stimmung an diesem Samstag beim Jugendevent zur Heilig-Rock-Wallfahrt fröhlich und ungezwungen. Das Wetter tut ein  Übriges - endlich scheint die Sonne und es ist sommerlich warm. Fast 4000 Jugendliche tummeln sich in der ganzen Stadt. Sie nutzen die zahlreichen Angebote, diskutieren, beten, feiern und haben Spaß. Auch die Pfadfinder vom Stamm Santa Cruz in Trier sind mittendrin: "Die Musik ist super", sind sie sich einig. Sie haben aber auch einen Workshop zum Thema Ausgrenzung besucht. "Dort haben wir gehört, wie Ausgrenzung entsteht und was man dagegen tun kann."

Auch der 14-jährige Paul aus Münstermaifeld freut sich über die Mischung aus Spaß und Information. Nur das Warten vor dem Dom, um den Heiligen Rock zu sehen, hat ihm etwas zu lange gedauert. "Es gibt so viele gute Sachen, da muss ich schauen, dass ich das alles schaffe", sagt er. Und sein Freund Niklas, ebenfalls 14, hält diesen Event für "eine super Idee, das bringt die Jugendlichen näher an die Kirche heran".

Jede Menge weitere Bilder haben wir zum Jugendevent:

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Trier: 13. April bis 13. Mai 2012
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