Und führe zusammen, was getrennt ist

Damit Jesus keinen Sonnenbrand kriegt 09.05.12

Mehr als 1500 Mädchen und Jungen beim Kinderwallfahrtstag in Trier

Die Kinder erzählen Monsignore Kneib (Mitte), was ihnen am Wallfahrtstag am besten gefallen hat.

Die Kinder erzählen Monsignore Kneib (Mitte), was ihnen am Wallfahrtstag am besten gefallen hat.

Trier - Ivonne muss nicht lange überlegen. Der Heilige Rock hat ihr am besten gefallen, sagt die Sechsjährige und das rufen die meisten Kinder auch Monsignore Dr. Michael Kneib zu, der beim Abschlussgottesdienst am Wallfahrtstag der Kindertagesstätten die Frage stellt. Aber Charlize fällt noch was anderes ein. "Das Eis", sagt sie, das Eis sei der Höhepunkt des Ausflugs gewesen. Die Kinder zeigen einen blauen Finger. Denn in St. Paulin drückten sie alle ihren Fingerabdruck in eine Darstellung des Heiligen Rocks. Die Großen aus dem Kindergarten Maria Magdalena in Horhausen, die bald in die Schule kommen, durften am 9. Mai mit ihren Erzieherinnen nach Trier fahren. Die Kinder haben blaue Kappen auf, damit sie nicht verloren gehen, und auf dem Schirm steht ihr Name.

Mehr als 1500 Kinder bevölkern an diesem Tag den Dom und die ganze Stadt. In übergroßen gelben T-Shirts die einen, die anderen mit grünen Tüchern auf dem Kopf, auf denen ein selbstgebasteltes Wallfahrts-Abzeichen prangt. Wieder andere Gruppen erkennen sich an ihren roten Kappen. Ihre Pilgerstöcke sind reich verziert. Mit Bändern, Blumen oder kleinen Namensschildern. Bunt ist die Heilig-Rock-Wallfahrt an diesem Tag und jung.

Den Abschlussgottesdienst hätten die Kinder eigentlich im Palastgarten feiern wollen, alle zusammen, aber das schlechte Wetter ließ das nicht zu. In der Jesuitenkirche dürfen die Kinder sich lautstark darüber ärgern. "Wir buhen das schlechte Wetter dieser Tage aus", sagt Monsignore Kneib. Und erntet ein vielfaches "Buuuuh". Als Jesus Mensch geworden sei, brauchte er ein Gewand, erklärt Kneib den Kindern, "dass man nicht friert oder einen Sonnenbrand bekommt". Als sie den Heiligen Rock im Dom gesehen hätten, hätten sie vielleicht besonders an Jesus gedacht, "wie man an Vater oder Mutter denkt, wenn der Mantel an der Garderobe hängt".

Die Kinder aus Horhausen haben sich gut auf ihre Wallfahrt vorbereitet. Eine große Kerze haben sie gebastelt, die zusammen mit den Kerzen der vielen anderen Kindertagesstätten neben dem Dom an der Windstraße steht, die miteinander wiederum den Heiligen Rock darstellen. Eine Sonne ist darauf zu sehen, erzählen die Kinder, ein Regenbogen, ein Stern, eine Blume. Die Symbole ihrer Kindergartengruppen. "Ein Vogelnest", sagt Patrick, denn er gehört zur Vogelnest-Gruppe.  Erzieherin Marianne Schmidt erzählt von der Vorbereitung. "Wir haben ein Schiff gebastelt", sagt sie und damit hätten sie den Weg des Schiffes der Heiligen Helena nacherzählt, die den Rock nach Trier brachte. Die vielen Stürme, in die die Kaiserin geriet, spielten die Kinder auch nach: Immer mehr Stücke des Schiffes wurden abgerissen.

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Trier: 13. April bis 13. Mai 2012
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