Gottes Segen für alle, die so unterwegs sind

- Bischof Dr. Franz-Josef Bode
Es ist eine interessante Erfahrung: Mitten in vielen Abbrüchen des kirchlichen Lebens brechen erstaunlich viele Menschen aller Generationen auf, um „mit den Füßen zu beten“. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad, mit Autos und Bussen machen sie sich auf zu alten Wallfahrtsorten, zu Orten, die oft durch Jahrhunderte vom Gebet und von der Begegnung mit dem Heiligen geprägt sind.
Für die Kirche in Deutschland und weit darüber hinaus ist die Heilig-Rock-Wallfahrt in diesem Jahr der Höhepunkt. Hunderttausende aus aller Welt pilgern nach Trier, weil sie von der Tunica Christi angezogen sind, weil sie in diesem Gewand Jesus sehen. Sie gehen auf Tuchfühlung, berühren den Schrein und werden berührt von der Zusage, die der Name des Mannes aus Nazareth ausdrückt. „Jesus“ bedeutet: Gott rettet.
In der Wallfahrt nehmen Menschen sich selbst, ihre Sorgen und Freuden mit, sie nehmen die anderen mit, stellvertretend und fürbittend, werden von Jesus begleitet – erkannt oder unerkannt – und bleiben auf der Suche nach dem Ziel: nach Gott, der immer noch größer ist als alle Sorgen und Freuden und dem sie sich deshalb getrost anvertrauen dürfen. „Sie schreiten dahin mit wachsender Kraft; dann schauen sie Gott auf dem Zion“ (Psalm 84,8). Diese uralte Erfahrung erfüllt sich für viele auf dem Weg der Wallfahrt zum Heiligen Rock.
Heute und morgen erfüllt sie sich auch für mich zusammen mit einer Pilgergruppe aus Münster und Osnabrück und mit dem in Trier bestens bekannten Bischof Felix, mit dem mich 40 Jahre Freundschaft verbinden. Auch auf die Feier mit tausenden von Frauen der kfd Trier freue ich mich. Gemeinsam wollen wir uns neu von Christus „anziehen“ lassen.
Allen Gottes Segen, die so unterwegs sind!


